Prof. Dr. Jürgen Kriz
Prüfungshinweise Fach: KLINISCHE PSYCHOLOGIE (Stand: 6/2008)
Die Diplomprüfung dient
nicht dem Nachweis der Fähigkeit, in kurzer Zeit möglichst viele Fakten auswendig
zu lernen und diese in 30 min. herzusagen (um sie dann möglichst schnell wieder
zu vergessen). Vielmehr dient sie dem Nachweis, im Studium durch Auseinandersetzung
mit der Literatur, in Diskussion in Seminaren etc. die einschlägigen
Arbeitsweisen, Fragestellungen, Probleme und Lösungsvorschläge des
jeweiligen Fachgebietes kennen gelernt zu haben und diese argumentativ darstellen
zu können. Fakten sind dabei natürlich in sofern relevant, als sie dem
Herstellen von Zusammenhängen und für überzeugende Argumentationen
dienen. Kurz: In der Prüfung sollte es weitgehend um das gehen, was von einem
Dipl.-Psych. auch später erwartet wird. Prüfungsvorbeitende
Literatur dient somit primär der Auffrischung von (eigentlich) bereits
Erworbenem sowie der exemplarischen Vertiefung in einer spezielleren Thematik
(sog. "Spezialthema").
Soviel zu meinem „Konzept“
einer Prüfung - auch wenn dessen Operationalisierung pragmatische Grenzen
setzt.
Ich gehe daher davon aus, daß sich in der Regel nur solche Studenten bei mir in klinischer
Psychologie prüfen lassen, die u.a. einschlägige Veranstaltungen bei
mir und PD Dr. v.Schlippe besucht und sich auch
mit einem Teil unserer Arbeiten in diesem Fachgebiet auseinandergesetzt haben.
Da sich Menschen, die Lehrbücher schreiben, üblicherweise
einige Gedanken gemacht haben, welchen Stoff sie für wichtig erachten, ist es
sicher nicht unklug, auch in jene beiden Bücher zu sehen, in denen v. Schlippe bzw. ich die systemische Perspektive auf
klinisches Geschehen ausgearbeitet haben. (Schlippe/Schweitzer: Lehrbuch
der systemischen Therapie und Beratung // Kriz: Systemtheorie).
Zusätzlich halte ich die Kenntnis einiger weiteren Arbeiten für
wichtig, die Sie sich mit
diesem Klick ansehen / laden können.
Vor diesem Hintergrund sind
die folgenden Hinweise als Ergänzungen für die Prüfungsvorbereitungen zu
verstehen.
a) ZUM "SPEZIALTHEMA":
Das Spezialthema - ein
Bereich, mit dem sich ein Student (möglichst: in den mehreren Semestern) intensiver
beschäftigt hat - kann vom Studenten weitgehend selbst gewählt werden (eine
kurze Absprache mit mir genügt). Minimalvoraussetzungen sind zu diesem
Themenbereich 3 Bücher bzw. eine entsprechend größere Anzahl von
Beiträgen. (Verhältnis: 1B = ca 2Artikel).
Zu diesem Themenbereich wird
ein Thesenpapier erstellt (4-7 zentrale Thesen, je 1-2 Sätze), mit Angabe der
dazu gelesenen Literatur.
(Hinweis: Ein gutes Thesenpapier strukturiert wesentlich
die Prüfung im Sinne der Studenten! -
Es lohnt sich also, sich
einige Gedanken dazu zu machen, wie man seine „Stärken“ präsentieren kann).
b) ZUM sog. "ALLGEMEINEN BEREICH":
Als notwendigen Hintergrund
für die Erörterung des Spezialthemas sollten ggf. nochmals (vgl. Abs. 1)
anhand von DAVISON / NEALE: "Klinische Psychologie" ab 3.Auflage,
möglichst aber 5., (oder eines anderen äquivalenten Lehrbuches der Klin. Psychologie nach Absprache) sowie KRIZ: „Grundkonzepte
der Psychotherapie“, möglichst 5.Auflage, allgemeine Grundlagen aufgefrischt
werden.
Zur Vereinfachung des Prüfungsablaufes wählt der Student aus den Kap. 3-17 von Davison / Neale 4 aus sowie aus Kriz (6. Aufl.) neben Kap.1, 8,12 und 17 (in der 5. Aufl. sind das: 8-14, 44-47, 61-64 und 78-80) aus den Bereichen II – V insgesamt 2 Therapie-Ansätze aus, die NICHT im gleichen Bereich liegen (also z.B.: aus II: Analytische Psychologie und aus IV: Personzentrierte Psychotherapie). Der vorletzte Absatz vor (a) sollte auch beachtet werden (d.h. Schlippe/Schweitzer, Kriz )
Die Thesen
mit dazugehörigen Literaturangaben sowie
Angabe der Kapiteln aus DAVISON / NEALE und Kriz sind bis spätestens 2 Tage vor der
Prüfung in mein Fach zu werfen. (Bitte NICHT per mail:
70% muss ich erfahrungsgemäß umformatieren, was bei 15-20 stück recht lästig
ist…)
Um Mißverständnisse
zu vermeiden, sei nochmals explizit betont, daß es
sich bei diesen Hinweisen um einen "Kern-Katalog" handelt. Entsprechend
Abs.1 wird bei Prüfungen, die mehr als nur "befriedigend"
ablaufen sollen, bei der Argumentation eine Berücksichtigung einschlägigen
klinischen Wissens erwartet, wie es u.a. in der Einführungsveranstaltung
"Klinische Psychologie" vermittelt wird - d.h. Kenntnisse in Diagnostik
(Konzepte, Klassifikation und Untersuchungsmethoden), Ätiologie,
Epidemiologie, Prävention, Rehabilitation, Tharapie
und Gemeindepsychologie. (Eine Liste dafür einschlägiger Literatur wurde in
jener Veranstaltung verteilt).